nach den Richtlinien des EÖDL, AFS-Test
Mein Kind ist legasthen: erkennen - verstehen - akzeptieren - bewältigen
Wenn Kindern das Erlernen unserer sogenannten "Kulturtechniken" schwer fällt, wenn es zum Teil massive Schwierigkeiten beim Schreiben, Lesen und Rechnen gibt, obwohl sie sonst einen durchwegs aufgeweckten, intelligenten Eindruck machen, ....
Wenn "Üben, üben, üben" nichts nützt...
Wenn das Kind und Eltern verzweifelt sind...
Wenn Buchstaben und/oder Zahlen verschwimmen, ohne dass eine Augenschwäche vorliegt,...
Wenn scheinbare Hörschwächen auftreten, die vom HNO-Arzt nicht bestätigt werden können,...
Wenn ein Kind sehr viel Unruhe zeigt, überaktiv wirkt,...
Wenn ein Kind kein Selbstwertgefühl mehr hat und von sich sagt: "Ich bin halt so dumm!"...
....dann wird es Zeit, sich mit dem Thema Legasthenie auseinanderzusetzen!
Legasthenie ist keine Schande! Auch keine Schwäche oder geistige Störung! Und man kann etwas dagegen tun!
Was ist Legasthenie eigentlich:
Im deutschen Sprachraum unterscheidet man zwischen Legasthenie (spezieller LRS) und LRS. Unter LRS wird eine erworbene Lese-Rechen-Schreibschwäche verstanden. Bei der speziellen LRS oder eben Legasthenie liegen die Ursachen im genetischen Bereich, sie wird auch durch Vererbung weitergegeben.
Hinter den Blockaden bei der "normalen" LRS liegen im allgemeinen psychische oder physische Ursachen, familiäre Probleme, Lerndefizite, Minderbegabung, etc. Sie äußert sich darin, dass ohne differenzierte Sinneswahrnehmungen häufig Fehler auftreten. Abhilfe kann man durch vermehrtes Symptomtraining schaffen, wobei eine Unterstützung im seelischen, emotionalen Bereich häufig angeraten ist (Medizin, Psychologie, Kinesiologie ).
Die Legasthenie äußert sich hingegen durch zeitweise Unaufmerksamkeit beim Lesen, Schreiben, Rechnen, beim Umgang mit Symbolen (Buchstaben, Zahlen), durch differenzierte Sinneswahrnehmungen und natürlich in der Fehlersymptomatik.
Differenzierte Sinneswahrnehmungen heißt, dass ein legasthenes Kind beim Lernen einen anderen Verarbeitungsprozess im Gehirn durchläuft wie ein nicht-legasthener Mensch. Deshalb können unsere üblichen Lernsysteme, die auf nicht-legasthene Prozesse ausgelegt sind, bei einem legasthenen Kind auch nicht greifen. Im Gegenteil, das Beharren darauf kann beim Kind schließlich sogar zu einer Sekundärlegasthenie mit z.T. starken psychischen Auffälligkeiten führen.
Ein Testverfahren, das rasch Aufschluss über Legasthenie und/oder Dyskalkulie gibt, ist der AFS-Test , der von Frau Dr. Astrid Kopp-Duller mit ihren Mitarbeitern des KLL Kärntner Landesverbands Legasthenie entwickelt wurde. Aufgrund des Testergebnisses wird dann ein Übungsprogramm zusammengestellt, das zeigt, wie mit diesen differenzierten Sinneswahrnehmungen umgegangen werden kann, um dem Kind den Schulalltag zu erleichtern. Diese sind, auch von Elternseite, relativ leicht mit dem Kind durchzuführen. Eine gewisse Konsequenz dazu ist natürlich notwendig. Auch das klassische Legasthenietraining lässt sich mit Hilfe der Kinesiologie sehr gut unterstützen, insbesondere Sekundärproblematiken kann man damit hervorragend bearbeiten. Ein wichtiger Bestandteil beim Lernen ist die sog. Rechts-Links-Hirnintegration, wobei ebenfalls Techniken aus der Kinesiologie verwendet werden. Diese Übungsprogramme machen den Kindern auch Spaß, da sie wenig mit Lernen, aber viel mit Spiel und Bewegung verbunden sind.
zum Thema siehe auch:
http://www.legasthenie.com
http://www.legasthenie.at